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Heizkraftwerk in Autalhalle rechnet sich (29.5.2011)

Die Grünen in Niedernhausen wollen durch einen Antrag in der Gemeindevertretung erreichen, dass in der Autalhalle weiterhin ein  Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben wird. Anders als in Großkraftwerken werde hierbei durch die Kraft-Wärme-Kopplung der Energiegehalt des Brennstoffs weitgehend genutzt, da die mit der Stromerzeugung verbundene Abwärme für die Heizung und Warmwasserbereitung verwendet werde und nicht ungenutzt in die Umwelt gelange.

„ Durch diese Maßnahme kann die Gemeinde viel Geld sparen und gleichzeitig etwas für den Umweltschutz tun“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Seel.

Die Grünen seien bereits Anfang des Jahres durch eine Vorlage des Bürgermeisters aufgeschreckt worden, wonach im Zuge des Neubaus der Heizungsanlage in der Autalhalle das dort seit 2001 betriebene BHKW aus angeblich wirtschaftlichen Gründen stillgelegt werde und ein Ersatz nicht vorgesehen sei. Die Forderung nach einer Begründung und nach der Einsicht in die Unterlagen sei von der Bürgermeistermehrheit damals abgeblockt worden.

Nachdem nun der o. g. Grünen-Antrag eingereicht war, habe der Bürgermeister zumindest im Gemeindevorstand weitere Unterlagen vorgelegt. Insbesondere berufe er sich nun auch öffentlich auf ein Gutachten eines Niedernhausener Ingenieurbüros, wonach sich die Investition in ein neues Blockheizkraftwerk erst nach 11 Jahren bezahlt mache und deshalb abzulehnen sei.

Ein genauerer Blick in dieses Gutachten zeige aber nach Auffassung der Grünen grobe Fehler auf:

- Die seit Jahren bestehende und erhebliche staatliche Förderung sei bei der Berechnung vergessen worden.

- Der Zinssatz für den Kredit zur Anschaffung des Gerätes sei mit 6 % angesetzt, obwohl die Gemeinde tatsächlich nur ca. 4 % Zinsen zu zahlen habe.

- Die Anschaffungs- und Montagekosten seien deutlich höher angesetzt als sie vom Gerätehersteller angeboten würden.

Allein durch eine Korrektur dieser Fehler und unter Beibehaltung der anderen Annahmen des Ingenieurbüros verkürze sich die Amortisationszeit auf ca. 6 Jahre. Danach könne die Gemeinde für jedes weitere Betriebsjahr mehrere Tausend € sparen.

Die Gründe für diese hohe Wirtschaftlichkeit liege in dem auch nach der Sanierung noch immer hohen Wärmebedarf der Autalhalle, der etwa 10 mal so hoch sei wie bei einem schlecht gedämmten Einfamilienhaus. Nach dem Gutachten würde, was ökonomisch sinnvoll sei, der Wärmebedarf durch das BHKW im Jahresmittel nur zu 28 % gedeckt, was zu der gewünschten hohen Anzahl an Betriebsstunden führe.

Die Grünen hoffen nun, dass es CDU und SPD ernst meinen mit den energiepolitischen Aussagen in ihrer Koalitionsvereinbarung und ihre erste Entscheidung zu dem Thema nicht zu einem Rückschritt für Niedernhausen führen werde. In den Fachausschüssen der Gemeindevertretung sei der Grünen-Antrag ohne Begründung abgelehnt worden.