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Gemeinsam gegen die Klimakrise (02.09.2021)

 

Nach einer aktuellen Umfrage der Vereinten Nationen halten Zweidrittel der Menschheit die Klimakrise für einen globalen Notfall. Besonders die jüngeren Bürger*innen haben enorme Zukunftssorgen und Angst vor Artensterben, Dürre und Hungersnöten, Überschwemmungen und extremen Wetterereignissen.

Die Folgen dieser Krise sind die größte Bedrohung unseres Wohlstandes und somit der Zukunftschancen unserer Kinder und Enkel. Ist das jetzt wieder Panikmache oder ist das eine gerechtfertigte Folgerung aus unserem Wissen und dem was Wissenschaftler*innen seit Jahren predigen?

Die 1972 vom „Club of Rome“ veröffentliche Studie „Grenzen des Wachstums“ führte zur Gründung der GRÜNEN vor mehr als 40 Jahren. Abgetan als „sozialistischer Unsinn“ und die beabsichtige „Abschaffung des Kapitalismus“, liest sich das heute fast 50 Jahre später fast prophetisch. Wieviel Zeit ist seither ungenutzt verstrichen!

Die politische Trennlinie zwischen sozialistischen und kapitalistischen Befürwortern ist längst einem anderen Schema gewichen. Neben den rechtsnationalen und verschwörungstheoretischen  Bedrohungen unserer Demokratie, die zum Glück in Niedernhausen noch keine große Rolle spielen, liegt die Linie der Auseinandersetzung derzeit eher zwischen den Besitzstandswahrern und denjenigen die sich den zukünftigen Aufgaben stellen wollen. Mit allen Mühen, die damit verbunden sind!

Egal ob es sich um die Aufstellung von Windrädern, den Verlauf von Stromtrassen oder eben den Aufbau von Solaranlagen handelt, jede Maßnahme wird bekämpft und beklagt (nicht nur in unserer Kommune). Währenddessen die Maßnahmen an sich nicht bzw. selten in Frage gestellt werden, was schon ein kleiner Fortschritt ist, wollen die Betroffenen sie nur nicht vor der eigenen Haustür bzw. in Sichtweite haben. Selbstverständlich ist das Beklagen von Maßnahmen legitim, dafür sind wir ein Rechtsstaat. Aber genauso legitim ist es, die Frage nach dem Motiv zu stellen.

Und so ziehen sich die Maßnahmen überall in Deutschland wie zäher Brei in die Länge! Und so mancher schielt sogar wieder in Richtung Atomenergie, um einen alten Zombie des vergangenen Industriezeitalters wieder zum Leben zu erwecken. Dies geschieht ohne die Kosten und Risiken der Entsorgung des Atommülls und das notwendige Endlager zu klären! Diese Lösung scheidet für immer aus! Denn genausowenig wie die Klimamaßnahmen vor Ort von manchen gewollt sind, umso erbitterter würde ein Endlager oder auch nur die Wiederinbetriebnahme eines Atomkraftwerks bekämpft!

Ölkrise, steigende Benzinpreise oder explodierende Gaspreise, unsere Abhängigkeit von teilweise dubiosen Staaten müssten alleine schon als Gründe ausreichen, uns von diesen Erzeugern unabhängig zu machen. Erst recht, wenn es um die zukünftige Entwicklung, für die jetzt junge Generation und unser aller Überleben geht.

Und sicherlich kann Deutschland nicht die Welt retten! Was wäre das für eine Hybris!

In vielen Ländern gibt es heute massive Bewegungen gerade der jungen Menschen für mehr Klimaschutz. Machen wir uns bewußt, diese Zukunftsfrage wird maßgeblich in den Kommunen entschieden! Um diese schneller als bislang umsetzen zu können,  braucht es eine positive Haltung der Bürger*innen zu den kommenden Maßnahmen. Eine solche Haltung bedeutet allerdings nicht „kritikfrei“ oder „alternativlos“. Wir laden alle Bürger*innen ein, sich bei kommenden Vorhaben konstruktiv einzubringen, uns zu unterstützen und um positiv für den richtigen Weg zu streiten.

Evelin Schönhut-Keil, Vorsitzende Ortsverband Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Niedernhausen