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Grüne Niedernhausen zu Windrädern im Wald (24.2.2013)

In der heftiger werdenden Debatte zur Nutzung der Windkraft stellen die Grünen Niedernhausen ihre grundsätzliche Position dar. Sie treten wie andere Grüne auch für den Ausbau der Windkraft ein. Doch Niedernhausen biete anders als manche anderen Taunusgemeinden nur wenige aufgrund des Windangebots denkbare Standorte, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Seel. Um einen örtlichen Beitrag zum Ersatz von Atom- oder Kohlestrom nicht von Vorneherein auszuschließen, müsse jeder Standort sorgfältig geprüft werden. Dabei sollen nach Vorstellungen der Grünen folgende Kriterien angelegt werden:

Der Abstand zu Wohngebieten müsse in Abhängigkeit von der Anlagengröße so groß sein, dass eine Belastung mit Lärm oder Schattenschlag ausgeschlossen werden kann, so Dr. Seel.

Windkraftanlagen in ökologisch wertvollem Mischwald oder Buchenwald werde abgelehnt; an Standorten mit Fichtenmonokulturen sei dies aber vertretbar.

Es dürfe nicht zu einer Gefährdung seltener Tier- und Pflanzenarten kommen; dies müsse durch unabhängige Gutachten vor einem Bau geklärt werden. Die Eingriffe müssten an anderer Stelle im Gemeindewald durch ökologische Verbesserungen ausgeglichen werden.

Sollte kein weitgehender Konsens zu konkreten Bauabsichten unter den Bürgerinnen und Bürgern erreicht werden können, wollen sie einen Bürgerentscheid.

Die Haltung der Niedernhausener CDU und ihres Bürgermeisterkandidaten Reimann halten die Grünen für völlig unglaubwürdig. Ihnen ginge es wohl eher um Wählerstimmen von besorgten Bürgern und nicht um den Schutz von Mensch und Natur. Noch im letzten Jahr habe die örtliche CDU gemeinsam mit der SPD einen Beschluss auf Initative der Grünen verhindert, am Buchwaldskopf bei Oberjosbach ein 20 ha großes Waldstück und am Lenzenberg bei Engenhahn/ Niederseelbach ein 75 ha großes Waldgebiet aus ökologischen Gründen unter Schutz zu stellen. Die einzige vorgebrachte Begründung für ihre Ablehnung war, man wolle die Flächen für den Bau von Windrädern reservieren. Beide Waldflächen liegen jedoch nur wenige hundert Meter von der Wohnbebauung entfernt und seien nach Auffassung der Grünen auch ökologisch viel zu wertvoll für eine Windkraftnutzung.

Auch dem Kandidaten Reimann sei wohl erst kurz vor der Bürgermeisterwahl eingefallen, dass er Windräder im Wald generell ablehne. Als im vergangenen Jahr die Städte Taunusstein und Wiesbaden die Taunuswind GmbH gegründet hatten, die Windräder auf dem Taunuskamm bauen soll, habe er in der Debatte als verantwortlicher Stadtverordneter geschwiegen und noch nicht einmal klare Kriterien für die Standortwahl eingefordert. Nun tue er so, als könne und wolle er als Niedernhausener Bürgermeister Windkraftanlagen bei Engenhahn verhindern. Dabei müssten seine Parteifreunde, die dort bauen wollen, die Gemeinde nicht einmal fragen, da die Waldflächen nicht im Besitz von Niedernhausen seien.

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