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Trauerspiel um Trauerhalle (15.2.2009)

Über eine Anfrage in der Gemeindevertretung haben die Grünen aufgeklärt, warum in der Trauerhalle im Friedhof Niederseelbach noch immer keine Stromversorgung für Beleuchtung und Lautsprecher vorhanden ist. Fazit: „Bürgermeister Döring blockiert mit Unterstützung seiner Parteifreunde in Niederseelbach eine von der Gemeindevertretung vor einem Jahr beschlossene kostengünstige und angemessene Lösung“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Seel. Die gleichen Personen, die in Niederseelbach Forderungen nach Mehrausgaben mit den hohen Friedhofsgebühren begründeten, nähmen weitere Gebührensteigerungen in Kauf; denn die Gemeinde sei verpflichtet, kostendeckende Gebühren zu erheben.

Kernpunkt sei die Frage, ob eine „Insellösung“ durch Photovoltaik-Anlage oder Stromgenerator realisiert werde, was nur wenige Tausend € koste oder ob für einen Anschluss an das Stromnetz wegen umfangreicher Erdarbeiten 20.000 € investiert werden müssten.

Die Trauerhalle sei in den vergangenen 3 Jahren jährlich zwischen acht und zehnmal genutzt worden. Da das Gebäude von drei Seiten fast vollständig verglast sei, werde vielleicht drei bis vier Mal im Jahr an trüben Tagen überhaupt eine Zusatzbeleuchtung benötigt. Dennoch sei es legitim, wenn auch für diese Fälle eine Lösung gefordert werde. Entscheidend für die Nutzer sei, dass Strom sicher und unkompliziert zur Verfügung stehe. Das könne mit moderner Technik kostengünstig auch ohne Stromnetzanschluss gewährleistet werden. Wenn im Einzelfall auch mal geheizt werden solle, könne dies besser mit mobilen Gasheizgeräten, die die Gemeinde bereits besitze, geschehen.

Es wäre ein Schildbürgerstreich und ein Fall für den Landesrechnungshof, wenn angesichts dieser Fakten ein fester Anschluss gebaut würde. Döring stütze sich bei seiner Weigerung, die Insellösung zu realisieren, auf einen angeblichen Wunsch des Ortsbeirates. Der Ortsbeirat habe jedoch weder in diesem noch im vergangenen Jahr in einem Beschluss eine Stromnetzanbindung gefordert, so der grüne stellvertretende Ortsvorsteher Reinold Reinisch.

Auch die Begründung des Bürgermeisters für seine Untätigkeit, die bereitgestellten 3000 € hätten zur Realisierung nicht ausgereicht, sei nur eine schwache Ausrede. In anderen Fällen sei es gängige Praxis, dass er dann so genannte überplanmäßige Mittel beantrage, manchmal mehrere zehntausend €. Eine entsprechende Zusatzfrage der Grünen habe er nicht beantworten wollen.